Foto: Gordon Axmann


 
 





Bernd Konrad, Saxophon Markus Utz, Orgel Rolf Zavelberg, Lichtinszenierung...

Sa, 15. Mai 2010  Fotos

Bernd Konrad, Saxophon
Markus Utz, Orgel
Rolf Zavelberg, Lichtinszenierung
Gordon Axmann, Technische Realisation

Entstehen und Vergehen – Leben und Tod.

Bernd Konrad (Saxophon), Markus Utz (Orgel), Rolf Zavelberg (Inszenierung), Technische Realisation: Gordon Axmann

Auch dieses Jahr wartet die Eröffnungsveranstaltung zu Jazz Downtown Konstanz mit etwas ganz Besonderem auf. Wer – wie die im Hospizverein Konstanz engagierten Menschen – Schwerkranke und Sterbende und ihre Angehörigen begleitet, reflektiert sein Leben, setzt sich mit seiner eigenen Endlichkeit auseinander und beschäftigt sich mit der Frage: Was kommt nach dem Tod?

Der Saxophonist Bernd Konrad und der Organist Markus Utz, zwei – nicht nur in der Region – sehr bekannte Musiker, setzen sich musikalisch mit diesen Themen auseinander. Zwei Musiker unterschiedlichen Alters, zwei Interpreten unterschiedlicher Musikrichtungen, zwei Instrumente aus verschiedenen Epochen, eine ungewöhnliche Besetzung, für die es keine Originalwerke gibt.

Ohne Vorlage ist auch das Wirken des Lichtkünstlers Rolf Zavelberg, der seine Inszenierungen nach Anlass und Ort immer wieder neu entwirft. Seine „Bilder aus Licht und Schatten“, die er dabei meist auf Leinwänden entstehen und wieder vergehen lässt stehen sinnbildlich für das Leben (so zu sehen am Vorabend, den 14.05., ebenfalls im Konstanzer Münster bei einem Konzert mit Markus Stockhausen und Tara Bouman).

Für die Eröffnungsveranstaltung zu Jazz Downtown Konstanz hat sich der Künstler etwas Besonderes einfallen lassen. Statt mit Lichtstimmungen wird er mit reduziert platzierten Spiegelelementen Akzente setzen. Sie sind sinnbildlich zu verstehen und eine Einladung zum Nachsinnen. „Auch in Spiegeln tauchen wir nur kurz auf und sind, einen Schritt weiter, schon wieder daraus verschwunden“, sagt Rolf Zavelberg. Spiegel stehen für ihn darüber hinaus für Reflexion. „Wir können nicht nur sehen, wie wir in der Welt stehen; oft wird uns ja auch durch das Verhalten anderer einen Spiegel vorgehalten“.

Die Installation bildet so einen guten Rahmen für Improvisationen von Bernd Konrad und Markus Utz die aus der Stille entstehen und wieder dorthin zurückkehren. Auftauchen, Reflexion und Verschwinden, zeigt sich so akustisch wie optisch durch den Abend und mag vielleicht ein Tor sein in eine andere Welt – sei es das Unbewusste oder das Transzendente.

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